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Sinnvolle Partitionierung

eines Servers

Distributionen wie SuSE installieren ohne Rückfrage heutzutage alles in eine Root-Partition. Außer Swap gibt es dann nichts mehr. Noch nicht einmal eine einzelne Boot-Partition.
Es ist aber durchaus sinnvoll - IMHO sogar wichtig, ein Linux-System (vor allem einen Server) in verschiedene Partitionen einzuteilen.

Gründe

Gründe gibt es genug.

  • Der Wichtigste ist wohl, dass die Root-Partition nicht volllaufen kann, wenn irgend ein Tool / Deamon oder Log unvorhergesehen viele Daten auf die Platte schreibt.
    Typische Kandidaten könnten sein: /var/log, /var/spool, /var/mail, /var/tmp oder /tmp - also alle variablen Daten, aber z.B. auch /home.
  • Ein weiterer Grund könnte sein, dass man für verschiedene Bereiche andere Dateisysteme benutzen möchte oder eine andere Inode-Größe.
  • Allerdings auch rein logische Gründe sind angebracht. So möchte man vielleicht Distributions-unabhängige oder eingens installierte Software (in der Regel in /opt und /usr/local/) logisch vom Restsystem trennen - z.B. damit sie bei einer Neuinstallation nicht aus Versehen verloren gehen.

Hier mal die Partitionierung meines File-Servers:

$ cat /etc/fstab
# /etc/fstab: static file system information.
#
#                                        
proc            /proc/                  proc            defaults                0       0
/dev/hda2       none                    swap            sw                      0       0
/dev/hda3       /                       reiserfs        defaults                0       1
/dev/hda1       /boot/                  ext3            defaults                0       2
/dev/hda5       /usr/                   reiserfs        defaults                0       2
/dev/hda6       /var/                   reiserfs        defaults                0       2
/dev/hda7       /var/log/               reiserfs        defaults                0       2
/dev/hda8       /var/backups/           reiserfs        defaults                0       2
/dev/hdb1       /usr/local/             reiserfs        defaults                0       2
/dev/hdb2       /opt/                   reiserfs        defaults                0       2
/dev/hdb3       /var/tmp/               reiserfs        defaults                0       2
/dev/hdb5       /var/spool/             reiserfs        defaults                0       2
/dev/hdb6       /var/cache/apt-proxy/   reiserfs        defaults                0       2
/dev/hdb7       /var/cache/portage/     reiserfs        defaults                0       2
/dev/hdc1       /srv/                   reiserfs        defaults                0       2
/dev/hdd1       /home/                  reiserfs        defaults                0       2
tmpfs           /tmp/                   tmpfs           defaults,size=128M      0       0
				

Nachteile

  • Natürlich hat so eine Vorgehensweise auch seine Nachteile.
    Es ist oft schwierig, abzuschätzen, wie viel man für welche Partition reservieren soll. Schnell vergibt man zuviel oder zu wenig.

Lösungen

  • Möglichkeit 1: Viel Erfahrung und gutes Schätzvermögen. ;)
  • Möglichkeit 2: Eine kleine Orientierungshilfe:
    $ df -h
    Filesystem            Size  Used Avail Use% Mounted on
    /dev/hda3             489M  103M  386M  22% /
    tmpfs                 379M     0  379M   0% /dev/shm
    /dev/hda1              45M   13M   30M  31% /boot
    /dev/hda5             2.0G  928M  1.1G  48% /usr
    /dev/hda6             2.0G  420M  1.5G  22% /var
    /dev/hda7             977M   64M  913M   7% /var/log
    /dev/hda8              33G   27G  5.8G  82% /var/backups
    /dev/hdb1             977M   34M  943M   4% /usr/local
    /dev/hdb2             977M   39M  938M   4% /opt
    /dev/hdb3             3.9G   33M  3.8G   1% /var/tmp
    /dev/hdb5             977M   35M  942M   4% /var/spool
    /dev/hdb6             9.6G  3.0G  6.6G  32% /var/cache/apt-proxy
    /dev/hdb7             9.6G  3.1G  6.5G  32% /var/cache/portage
    /dev/hdc1             116G   90G   26G  78% /srv
    /dev/hdd1              75G   24G   51G  32% /home
    tmpfs                 128M  276K  128M   1% /tmp
    		

    Geeignet für einen Debian-Sarge-Server mit diversen Diensten, jedoch ohne X (wofür auch, ist ja auch ein Server).

  • Möglichkeit 3: LVM (Logical Volume Manager).
    Mit LVM kann man Festplatten in Bereiche unterteilen, in denen man wiederum logische Partitionen anlegen kann. Diese kann man nun bei Bedarf und im laufenden Betrieb dynamisch vergrößern oder verkleinern.
    Da ich selbst noch kein LVM eingerichtet habe, kann ich kein HOWTO dafür anbieten. Im Netz finden sich jedoch genug davon. ;)