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Medion MD9580-F

Linux auf dem Medion Notebook MD9580-F
(aka ,,Aldi Nordbook Oktober 2001")

TuxMobil - Linux on Laptops, Notebooks, PDAs and Mobile Phones     

Stand: Juni 2007

Sorry, this page is only available in german language as its intended audience is german.

Diese Übersicht basiert auf der von Lennart Poettering, der diese ursprünglich und mit dem Schwerpunkt auf Woody geschrieben hatte. Da ich vor einiger Zeit mein Notebook neu mit Sarge aufgesetzt (und später auf Etch geupdated) hatte, habe ich nun, nach Absprache mit ihm, diese neue Seite ins Leben gerufen - zumal er sein MD9580-F nicht mehr im Einsatz hat, ich meins jedoch schon.

Ich möchte mich hiermit noch einmal herzlich bei ihm bedanken, dass ich nun die Dokumentation übernehmen und updaten darf, die mir damals, nachdem ich das Gerät gekauft hatte, selbst bei der Einrichtung dessen enorm geholen hatte. :-)

Das Notebook läuft momentan auf Debian 4.0 (Etch) mit Kernel 2.6.18. Ich habe mir die Mühe gemacht, meine aktuellen Ergebnisse möglichst genau zu dokumentieren (so z.B. im Grafik-Kapitel), damit andere, die mit einer älteren Debian- oder auch einer völlig anderen Distribution arbeiten, gut nachvollziehen können, warum es bei ihnen evtl. nicht funktioniert. Der nicht so geübte Linux-User möge sich aber bitte nicht davon abschrecken lassen. Falls ich in einem Abschnitt Verwirrung stifte, fasse ich den einfachsten Weg am Ende des Kapitels noch einmal kurz zusammen. ;-)

Die Basis meiner Ergebnisse sowie meine Konfigurations- und Installations-Beispiele beruhen zwar auf Debian Sarge und Etch, dennoch sollten sich auch Nutzer anderer Distributionen hiermit zurecht finden, da die Hardware ausführlich analysiert wird.

Am Ende der Seite ist außerdem meine auf das Gerät angepasste Kernel-.config zu finden.

Medion MD9580-F

Hardware

Quellen im Netz berichten, bei dem Gerät handele es sich um ein von FIC gefertigtes, leicht abgewandeltes FIC A555, allerdings ohne Mini-LCD-Display vorne am Gehäuse. Der PCI-Bus ist wie folgt bestückt (Ausgabe von lspci):

00:00.0 Host bridge: Intel Corporation 440BX/ZX/DX - 82443BX/ZX/DX Host bridge (rev 03)
00:01.0 PCI bridge: Intel Corporation 440BX/ZX/DX - 82443BX/ZX/DX AGP bridge (rev 03)
00:04.0 Multimedia audio controller: ESS Technology ES1988 Allegro-1 (rev 12)
00:06.0 Communication controller: Ambient Technologies Inc HaM controllerless modem (rev 02)
00:07.0 ISA bridge: Intel Corporation 82371AB/EB/MB PIIX4 ISA (rev 02)
00:07.1 IDE interface: Intel Corporation 82371AB/EB/MB PIIX4 IDE (rev 01)
00:07.2 USB Controller: Intel Corporation 82371AB/EB/MB PIIX4 USB (rev 01)
00:07.3 Bridge: Intel Corporation 82371AB/EB/MB PIIX4 ACPI (rev 03)
00:09.0 Ethernet controller: Realtek Semiconductor Co., Ltd. RTL-8139/8139C/8139C+ (rev 10)
00:0c.0 CardBus bridge: Texas Instruments PCI1420
00:0c.1 CardBus bridge: Texas Instruments PCI1420
01:00.0 VGA compatible controller: ATI Technologies Inc Rage Mobility P/M AGP 2x (rev 64)

Grafikkarte

Der Grafikchip ist ein ATI Rage 3D Mobility LM (oder M1?).

Unter XFree86 ≥ 4.1.0 gibt es das Treibermodul ati, das den Grafikchip grundsätzlich unterstützt. Es gibt darin aber weder TV-Out- noch DVD- noch 3D-Unterstützung. Die Mobility-Karten werden leider weder vom Vanilla-Kernel noch vom Standard-XFree86 vollständig unterstützt.

3D unter XFree86 4.3.0 / Sarge

Einen Treiber, mit dem aber zumindest die XVideo-Extension (für hardware-akzeleriertes DVD-Playback) genutzt werden kann (jedoch immer noch kein 3D-Support), gibt es beim GATOS-Projekt; er heißt ati.2.

Ein brauchbarer DRI-Treiber wurde später von Leif L. Delgass implementiert. Er vereint GATOS' ati.2-Treiber mit dem mach64-0-0-6-Treiber (für XFree86 4.3.0) respektive mit dem mach64-0-0-5-Treiber (für XFree86 4.2.0) und liefert somit nicht nur XVideo-Unterstützung, sondern auch 3D-Beschleunigung. Man kann ihn auf seiner Homepage herunterladen.

Für Debian Sarge stellt Michel Dänzer fertige Pakete zur Verfügung. Ich selbst hatte sie unter Sarge einmal erfolgreich eingebunden, benutzte sie später allerdings nicht mehr, da dieser gepatchte X-Server den Synaptics-Treiber nicht unterstützt und man das Touchpad so nur rudimentär als Standard-Maus konfigurieren kann. Auf die Scrolltasten und andere Konfigurationsmöglichkeiten muss man leider verzichten. Da das Notebook jedoch sowieso nicht gerade für 3D-Klimmzüge geeignet ist, nutzte ich lieber den unbeschleunigten X-Server und dafür das Touchpad. Alternativ könnte man ggf. versuchen, den manuellen Weg zu wählen und die Patches nach der Anleitung von selbst einzuspielen (nicht getestet).

Möchte man die Dänzer-Lösung jedoch nutzen, so muss man zunächst folgende Zeile in seine sources.list eintragen:

deb http://people.debian.org/~daenzer/dri-mach64-sid/ ./

(Die Bezeichnungen der Repositories sind längst nicht mehr aktuell. Sid nutzte ich damals erfolgreich für Sarge.)

Mit der anschließenden Installation ist die Grundlage gegeben:

# apt-get update &&  apt-get install 
xserver-xfree86-dri-mach64
xlibmesa-gl1-dri-mach64
drm-mach64-module-src

Als nächstes muss man die DRI-Module kompilieren:

wget http://www.freedesktop.org/~dri/snapshots/archive/mach64-20050718-linux.i386.tar.bz2
tar jxvf mach64-20050718-linux.i386.tar.bz2 && cd dripkg
su -c './install.sh'

Schließlich sollte man höchstens eine Farbtiefe von 16 Bit verwenden, da DRI sonst nicht initialisiert wird (not enough memory).

Das o.a. Modul ist das, womit ich die 3D-Beschleunigung damals ans Laufen gebracht hatte (es war seiner Zeit das aktuelle). Mit neueren Modulen (das aktuelle ist mach64-20060403) ist dieser Weg nicht getestet.

3D unter X.Org / Etch

Mit X.Org soll das Ganze wesentlich einfacher geworden sein, da der Treiber nun leichter integrierbar ist. Leif L. Delgass schreibt, dass Marc Aurele La France, der Maintainer des XFree86 mach64 Treibers, diesen mit XVideo-Support, basierend auf Teilen des GATOS-Codes, am 23. April 2003 in das XFree86 CVS geladen habe. Seitdem sei XVideo in XFree86 4.4.0 verfügbar und daher auch in den von XFree86 4.4.0 geforkten X.Org-Releases enthalten. Auch die mach64-0-0-7-Branch vom DRI CVS habe den Patch aufgenommen, sodass der Treiber nun sowohl XVideo als auch 3D-Beschleunigung unterstütze. Von da aus sei er dann wiederum in den X.Org Baum gelangt. Dennoch ist dort DRI immer noch deaktiviert, da es weiterhin als unsicher gilt.

Im Klartext bedeutet das: Man benötigt weiterhin das mach64-Modul, allerdings auch nur noch das und nichts Weiteres. Ich habe es bereits kurz mit dem neusten (mach64-20060403) getestet, das Install-Skript brach jedoch mit der Meldung ab, es benötige neuere Kernel-Module. Im Usenet findet man Leidensgenossen, auch einen DRI Bugreport gibt es. Ein User schreibt, mit einem Kernel ab 2.6.20 funktioniere es wieder.

Ich werde dies evtl. testen.
Falls es schon jemand getan haben sollte, möge er/sie mir bitte Bescheid geben.

TV-Ausgang

Für den TV-Ausgang gab es zunächst keinen brauchbaren Support unter Linux. Man konnte den Anschluss zwar einschalten, indem man auf Fn-F3 drückte, leider wurde dann allerdings der NTSC-TV-Modus aktiviert - für deutsche Fernseher ist jedoch PAL nötig. Um dem Abhilfe zu schaffen, schrieb Lennart Poettering das Tool atitvout. Mit diesem kann man den TV-Ausgang per Software ein- und ausschalten und den PAL-Modus aktivieren.

Leif L. Delgass stellt außerdem Patches und Binaries für XFree86 4.3.0 und 4.2.0 zur Verfügung.

Beides habe ich selbst nie getestet.


Zusammengefasst bleibt zu sagen: Das Standard-ati-Modul funktioniert sowieso. Wer bei diesem Gerät 3D-Beschleunigung aktivieren möchte, sollte überlegen, ob dies überhaupt notwendig ist. Selbst ohne die nun in X.Org integrierte, passende XVideo-Erweiterung, konnte ich unter Sarge bereits problemlos DVDs anschauen. Wer es dennoch einrichten mag, möge mir bitte seine aktuellen Erfahrungen mitteilen, sofern sie ein Updates dieses Abschnitts rechtfertigen.


Sound

Der Soundchip ist ein ES1988-Chip (aka Allegro-1 aka Maestro3) von ESS Technology. Der OSS-Treiber maestro3.o aus der Kerneldistribution funktioniert einwandfrei, nach dem Laden muss jedoch erst einmal Fn-F6 gedrückt werden, um die internen Boxen einzuschalten.

ALSA bietet ebenfalls einen Treiber für diesen Chip namens snd-card-maestro3.o.

Lennart bemerkte seiner Zeit merkwürdige Verhaltensweisen: ,,Sehr interessant ist das Zusammenspiel zwischen Fn-F6, dem Lautstärkerollrad, dem internen Piepser, der Soundkarte und den Lautsprechern, wenn man es sich genau anschaut. Fn-F6 schaltet nicht etwa die Lautsprecher ein oder aus, sondern schaltet nur um zwischen Soundkarte und Piepser. D.h.: man hört entweder den Piepser auf der Konsole, oder man kann Musik hören, beides gleichzeitig scheint nicht zu funktionieren. Das Rollrad stellt die Lautstärke der Soundkarte ein - und nicht etwa die der Lautsprecher. D.h. die Lautstärke des Piepsers ist nicht veränderbar. Der Sinn des Mixerreglers "Speaker" ist nicht ganz klar. Besonders abstrus wird es, wenn man Musik auf der Soundkarte abspielt, anschließend mit Fn-F6 auf den Pieper umschaltet und schließlich einen Piepton aus diesem ausgibt: Für kurze Zeit - während des Piepens - hört man auch die Musik spielen. Es handelt sich hier wohl um eine Eigenheit der Hardware - man kann ohne Lötkolben wohl nichts daran ändern."

Ich allerdings hatte mit Kernel 2.6 und ALSA, welches ich beides schon recht lange nutze, noch nie derartige Probleme. Bei mir schaltet Fn-F6 - wie vorgesehen - den Ton ein und aus, und das Einstecken eines externen Lautsprechers in die Klinkenbuchse bewirkt, dass sich der interne abschaltet. Ferner reguliert das Rollrad hier ordnungsgemäß die Lautsprecher und nicht die Soundkarte. Den einzigen Effekt, den ich schon seit Anfang an kenne, ist, dass ich einmal den Master-Regler etwas herauf und herunter schieben muss, damit die Karte sich rührt. Danach funktioniert sie einwandfrei. Zum Piepser kann ich übrigens momentan nichts sagen, da ich diesen normalerweise im Kernel grundsätzlich deaktiviere. Ich kann mich jedoch daran erinnern, dass auch jener mir keine Probleme bereitet hatte.

Ich empfehle daher dringend die Nutzung von ALSA und Linux 2.6.

Falls jedoch noch andere Leute diese Probleme haben sollten, Nutzer von OSS oder einer älteren Distribution, sei hier noch erwähnt, dass Lennart das Utility softbeep geschrieben hat, mit dem man alle Beeps in die Soundkarte umlenken kann. Außerdem könne man ab ALSA-Treiber ≥ 0.9 dem Modul snd-maestro3 den Parameter snd_amp_gpio=0x3 (Linux 2.4) respektive amp_gpio (Linux 2.6) übergeben, und schon müsse man kein Fn-F6 nach dem Bootup mehr drücken, um die Soundkarte zu aktivieren. Des Weiteren könne man dann gleichzeitig den Piepser und Musik hören!


Modem

Das Modem ist ein Intel (ehemals Ambient, ehemals Cirrus Logic) HaM Modem. Das steht für Host Accelerated Modem und ist eine nette Umschreibung für ,,Winmodem". Intel selbst bietet jedoch seit einiger Zeit einen Treiber für Linux an. Der aktuelle Link zu den Intel Modem Chipset Drivers enthält mehrere Dateien. Der richtige sollte der MD563X sein. Ich selbst habe das Modem nie benötigt. Auf Lennarts Notebook funktionierte der Treiber jedoch unter Linux 2.4.17 tadellos.


USB

Der USB-Controller lässt sich mit dem Treiber usb-uhci.o einwandfrei in Betrieb nehmen.


Infrarot-Port

Der FIR-IrDA-Infrarot-Port lässt sich unter Linux 2.4 mit dem Treiber smc-ircc.o verwenden. Dafür muss im BIOS-Setup der FIR-Modus aktiviert werden und das smc-ircc.o-Modul nach dem Treiber für die seriellen Schnittstellen serial.o geladen werden. In anderer Reihenfolge belegt der serielle Treiber den Port und der IrDA-Treiber wird ausgesperrt.
Unter Linux 2.6 gibt es keinen smc-ircc.o. Möglicherweise handelt es sich unter Linux 2.6 um den smsc-ircc2.o (ungetestet).

Mehr Infos zu Infrarot unter Linux gibts in der entsprechenden HOWTO.


PCMCIA/Cardbus-Controller

Unter Sarge/Etch und Linux 2.6 verhält sich der Controller bei mir völlig normal (ältere Versionen des Debian-Paketes pcmcia-cs verursachten offenbar noch Probleme mit Plug-n-Play).
Meine WLAN-Karte von Netgear mit Atheros-Chipsatz funktioniert mithilfe der madwifi-Module daran einwandfrei.


Netzwerk

Der RTL8139-Chip, der auf dem Board vorhanden ist, ist ein Standardchip und wird vom Kernel mit dem Modul 8139too.o unterstützt. Funktioniert auf Anhieb.

Update: Julien Salemkour merkt an, seine Netzwerkkarte funktioniere nur mit der Bootoption acpi=noirq.


Touchpad

Es handelt sich um ein Synaptics-Touchpad mit zwei Tasten und einem Pseudorollrad.

gpm unterstüzt das Touchpad nativ mit dem Treiber synps2. Um die Unterstützung für das Pseudorollrad zu aktivieren, muss man die Maus zunächst als synps konfigurieren und eine Datei /etc/gpm-syn.conf anlegen. In dieser braucht nur eine einzige Zeile zu stehen: "[use_wmode] 1". Wenn man anschließend gpm neu startet, wird das Touchpad im sog. WMODE angesprochen, und die Rolltasten werden von gpm interpretiert. Angenehmerweise werden beide als Mittlere-Taste-Ersatz genutzt.

Für XFree und X.Org existiert ein nativer Treiber.

In der Section Module kann das Synaptics-Treibermodul aktiviert werden:

Section "Module"
[...]
Load "synaptics"
EndSection

In der Section InputDevice lässt sich das Touchpad umfangreich konfigurieren:

Section "InputDevice"
Identifier "touchpad"
Driver "synaptics"
Option "AccelFactor" "0.003"
# Option "BottomEdge" "1650"
Option "CircScrollDelta" "0.1"
Option "CircScrollTrigger" "2"
Option "CircularScrolling" "1"
Option "Device" "/dev/input/mice"
# Option "EdgeMotionMaxSpeed" "15"
# Option "EdgeMotionMinSpeed" "15"
Option "Emulate3Buttons" "on"
Option "EmulateMidButtonTime" "75"
Option "FingerHigh" "15"
Option "FingerLow" "14"
Option "HorizScrollDelta" "20"
Option "InputFashion" "Mouse"
# Option "LeftEdge" "120"
Option "MaxSpeed" "0.5"
Option "MaxTapMove" "110"
Option "MaxTapTime" "0"
Option "MinSpeed" "0.2"
Option "Name" "ALPS;Touchpad"
Option "Protocol" "auto-dev"
# Option "RightEdge" "830"
Option "SHMConfig" "on"
# Option "TopEdge" "120"
Option "UpDownScrolling" "1"
Option "Vendor" "Sysp"
Option "VertScrollDelta" "20"
Option "ZAxisMapping" "4 5"
EndSection

Wie man sehen kann, habe ich sämtliche Funktionen mit Edge auskommentiert, da sie bei mir den völligen Stillstand des Touchpads bewirken. Laut Quellen im Netz unterstützt das Synaptics-Touchpad jedoch Edge-Funkionen. Ein Test unter Windows liefert den Beweis.

Mit einer zusätzlichen Section InputDevice kann man problemlos das Touchpad und eine externe Maus parallel bereiben:

Section "InputDevice"
Identifier "trackball"
Driver "mouse"
Option "CorePointer"
Option "Device" "/dev/input/mice"
Option "Protocol" "auto"
Option "Emulate3Buttons" "false"
Option "ZAxisMapping" "4 5"
EndSection

Außerdem darf Folgendes nicht vergessen werden:

Section "ServerLayout"
[...]
InputDevice "trackball" "CorePointer"
InputDevice "touchpad" "AlwaysCore"
EndSection

Tastatur

Grundsätzlich ist es eine deutsche 105-Tasten-Tastatur (naja, nicht wirklich 105, aber das Tastatur-Layout versucht, damit kompatibel zu sein).

Fn-F3 bis Fn-F9 sind mit besonderen Features belegt: Fn-F3 schaltet zwischen externem Monitor/TV-Out und LCD hin und her. Fn-F6 schaltet die internen Lautsprecher ein oder aus. Fn-F8/Fn-F9 stellt die Helligkeit des Displays ein. Fn-F4, Fn-F5 und Fn-F7 sind nicht dokumentiert, obwohl sie gleichwohl Funktionen zu haben scheinen. Fn-F5 hat Lennart entschlüsseln können: Im Real-Mode des Prozessors kann man damit die Display-Interpolation/Skalierung ab- bzw. einschalten, erreichbar nur im Bootloader - etwa LILO oder GRUB. Unter Linux macht die Taste gar nichts. Daniel Stoeckner hat rausbekommen, wofür Fn-F4 gut ist - zumindest wenn man APM verwendet: Seinen Laptop unter Kernel 2.4.7 (SuSE) kann man mit dieser Tastenkombination in den Suspend-To-RAM-Modus (vielleicht auch in einen anderen Stromsparmodus?) versetzen, ein Tastendruck auf Ein/Aus schaltet die Maschine wieder ein. Mit Kernel 2.4.19 konnte auch Lennart damit in Suspend-To-RAM schalten und den Rechner damit auf Wunsch sogar wieder aufwachen lassen.

Oben rechts von der eigentlichen Tastatur gibt es noch fünf Sondertasten: vier frei konfigurierbare und ein Ausknopf. Die ersten vier produzieren Scancodes, unter XFree 4 kann man sie jedoch nicht sinnvoll einsetzen, weil sie glauben, unter X11 unbedingt die Scancodes von Print, Delete, Pause und Mode Switch zurückgeben zu müssen - anders als unter der Konsole. Theoretisch sollte es möglich sein, die Tasten mit dem hotkeys-Package einzusetzen. (Tipp am Rande: Das Programm xev vom XFree86-Projekt hilft sehr bei der Untersuchung dieser Tasten.)
Mit dem Kernel-Patch von FunKey ist es recht einfach möglich, die vier Tasten sinnvoll zu verwenden. Dummerweise werden die Tastendrücke zusätzlich zur Weiterreichung zum FunKey-Dämon aber auch noch an XFree weitergeleitet. D.h. die Tastendrücke bewirken zwei Dinge gleichzeitig. Vielleicht lässt sich das aber auch noch verbessern. Wer bekommt's hin? (Anderereits sind solche Tasten eh reichlich überflüssig.)

Der Power-Button lässt sich aber per Software ansteuern. Alles was dafür nötig ist, ist ACPI-Unterstützung im Kernel (je neuer, desto besser) und der acpid (Debian-Paket gleichen Namens). Nach Lesen der Dokumentation von acpid sollte man fähig sein, Scripte zu designen, die auf einen Tastendruck auf PowerOff anders reagieren als mit einem Shutdown. Das Schließen des Laptop-Deckels lässt sich ebenfalls als Aktionsauslöser verwenden.


ACPI

Wie im vorherigen Absatz beschrieben, lässt sich allerlei mit ACPI-Unterstützung anstellen. Dazu muss ACPI-Support im Kernel aktiviert sein und der acpid-Daemon laufen. Da auch der SpeedStep-Support für Linux dort inzwischen enthalten ist, sollte es möglich sein, diesen mit unserem Gerät zu nutzen. Da bei mir das Gerät jedoch seinen festen Platz hat und stets am Strom mit voller MHz-Zahl läuft, kann ich dazu nichts sagen.

Achtung: Bei alten ACPI-Versionen gab es offenbar Probleme, die zur Beschädigung des Prozessors führen konnten: So schien der Ventilator des Rechners im ACPI-Modus nicht anzulaufen. (Genauer: Wenn das BIOS ihn beim Hochfahren einschaltete, blieb er an, andernfalls blieb er aus. Linux änderte dies während der Laufzeit nicht. Wenn man also einen "warmen Rechner" rebootete, blieb der Ventilator ständig an, ein "kalter Rechner" blieb dagegen immer leise.) Es bestand also Gefahr, dass der Prozessor überhitzt.

Besonders hier gilt also die Warnung, eine ältere Distribution nur unter Vorsicht auf dem Gerät laufen zu lassen.
Es wird empfohlen, das Gerät mit einer aktuellen Distribution und einem aktuellen Kernel zu betreiben.


DVD

Bei dem DVD-ROM-Laufwerk handelt es sich um ein QSI DVD-ROM SDR-081 (8X/24X). Mit dem Laufwerk kann man sowohl DVD+RW als auch CD-RW einwandfrei lesen.

DVD-Playback funktioniert mit XINE, MPlayer und dem VideoLAN Client (vlc) selbst ohne Hardware-Beschleunigung hervorragend und besser als unter Windows mit PowerDVD.

Firmare mit RPC-1 (d.h. region-free) existiert und ist im Netz problemlos auszufinden.


Hardware-Monitoring

lm_sensors entdeckt kein einziges Device. Schade. Die Informationen aus /proc/acpi/ sagen dafür einiges bezüglich der Temperatur aus.


Andere Tipps

Mit noflushd (gleichnamiges Debian-Paket) lässt sich die Lärmbelästigung vermindern und die Akku-Laufzeit verlängern. Wie bei jedem anderen halbwegs modernen System verbessert hdparm -c1 -d1 -m16 -u1 /dev/hda (Und Ähnliches auch für /dev/hdc) die Systemleistung und vor allem den Festplattendurchsatz (auf etwa 20 MB/s).


Meine Kernel-Config

Dies hier ist meine Kernel-.config, die ich zurzeit auf meinem Medion MD9580-F einsetze. Sie basiert auf den aktuellen Etch-Sources 2.6.18. Sie ist sehr minimalistisch gestrickt; einzig die USB-Geräte sowie der Netfilter-Bereich sind fast vollständig als Modul verfügbar. Der Rest ist dem Gerät angepasst und fast ausschließlich auf ,,fest einkompiliert" gestellt.
Sollte etwas daran nicht stimmen, unvollständig oder einfach besser zu lösen sein, sagt mir bitte Bescheid.

config-2.6.18-md9580-f.20070609.gz

Welche Fragen noch offenstehen

Wofür ist Fn-F7 gut?
Kann man irgendwie die dritte LED am Display (Logo einer blinkenden E-Mail) ansteuern?


Interessante Links

Unter Linux-Laptop.net findet Ihr eine Liste mit anderen Notebooks, die unter Linux laufen.
Ein wichtiger Link ist auch der Linux-Mobile-Guide.
Diese Seite ist in der Medion-Kategorie des Guides gelistet, in der Ihr HOWTOs zu weiteren Medion-Geräten finden könnt.


Bitte um Rückmeldungen

Solltet Ihr bemerken, dass Informationen in dieser Übersicht nicht oder nicht mehr stimmen, dass Links tot sind oder dass es neue Erkenntnisse zu einer der obigen Hardwarekomponenten gibt, lasst es mich bitte wissen.



Updates dieser Seite

02.01.2002: Intel-Treiber für Modem, wofür Fn-F4 gut ist, ACPI doch nicht so toll, DVD-RPC-1-Firmware;
04.01.2002: TV-Ausgang unter Linux verwenden;
07.01.2002: Touchpad-Rollrad, vier Sondertasten;
02.03.2002: wunderhübsche Grafik hinzugefügt (die allerdings nicht das eigentliche Medion-Laptop sondern das Original von FIC zeigt);
22.03.2002: ACPI vielleicht doch toll? 31.03.2002: softbeep zur Beeper-Emulation;
15.09.2002: Supend-To-RAM <-> Suspend-To-Disk, DVD+RW, XFree 4.x Synaptics Treiber;
16.09.2002: 3D-Beschleunigung für den ATI-Grafik-Chip, GATOS-URL korrigiert;
17.11.2002: Parameter für ALSA-Soundtreiber, Debian-Paket für 3D-beschleunigten Grafiktreiber;
14.05.2005: ein paar kleinere Updates;
14.06.2007: Übernahme und Runderneuerung der Seite durch Carsten Ace Dahlmann (Sarge und Etch, XFree86 und X.Org, Linux 2.6, erneuerte Links, neues, eigens erstelltes Bild, etc).
25.06.2007: Die neue Seite ist nun auch im Linux-Mobile-Guide gelistet; TuxMobil-Sticker hinzugefügt.
27.11.2007: Unklarheit im Abschnitt Grafikkarte beseitigt; Update im Abschnitt Netzwerkkarte.